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verfasst von Röli am Freitag, 21. Mai 2010
Veranstaltungen
Flugzeugkaverne Slatina-Pristina "Objekat Morava"

Bericht & Fotos: roli(at)fez.ch

Vorwort
Bei einer Flugzeugkaverne handelt es sich um eine Festungsanlagen auf einem Militärflugplatz. Diese basieren auf Tunnels und Verbindungsstollen, welche zu einem Komplex unterirdischer Hangar-Anlagen ausgebaut worden sind. Sie dienen hautsächlich der geschützten unterirdischen Unterbringung aber werden auch für Reparatur, Modifikation und Wartung von Kampfflugzeugen genutzt. Untergebracht im Felsen bieten sie neben einer Abschirmung vor schädlichen Witterungseinflüssen auch Schutz vor Sabotage, Artilleriefeuer und Luftangriffen mit konventionellen wie auch ABC-Waffen. Hauptsächlich sollten jedoch ganze Geschwader oder Staffeln im Rahmen der Soforthilfe oder im Krieg jederzeit einsatzbereit sein. Die Planung von Flugzeugkavernen auf grossflächigen Kriegsflugplätzen sah diese in strategisch wichtigen Industrie- und Wirtschaftsregionen vor.

Eingang

Funktionskonzept
Der Bau von Flugzeugkavernen basiert prinzipiell auf den Techniken zum Bau von Tunnels und Zivilschutzeinrichtungen(Bunker). Basierend auf einem Netz von einfachen Strassentunneln, Gängen und verschiedenen Räumen, welche in den Berg gesprengt wurden, ähnelt es einem Bienenstock. Je nach Ausführung sind diese mit zwei bis sechs Eingängen für Flugzeuge und einem oder mehreren Eingängen für die Besatzung und Logistik bestückt. Die Infrastruktur umfasst Räumlichkeiten für Führung, Wartung, Logistik, Munition, Strom, Wasser und Unterkünfte für die Besatzungen. Im Innern findet Raum für die zwischen 12 und 200 Kampfflugzeuge, welche darin geschützt auf Einsätze vorbereitet werden können.

Flugzeugstollen

Bau und Betrieb
Am südlichen Ende der Startbahn des zivilen Flugplatzes Priština im Kosovo befinden sich zwei Rollwege zur zweitgrössten Flugzeugkaverne im ehemaligen Jugoslawien. Der durchfahrbahre Tunnel mit zwei Ein- und Ausgängen ist tief in den Berg gegraben. Im Hauptsotllen ist Platz für 12 Flugzeuge. Vom Schutz her wurde er als Kriegsflugplatz der Kategorie B, also weniger geschützt als Zeljava (Kroatien/Bosnien), zugewiesen. Neben dem langen Fliegerstollen sind in Nebenkammern ein Treibstofflager, Munitionsbunker, Notstromgruppe, Klimaanlage, Flugleitungsraum, Notausgang etc vorhanden. Sie wurde bis 1999 vom 83. Jagdregiment mit der 123.lae Lavovi (123. Löwen-Staffel) mit MiG-21bis und der 124.lae Gromovi (124. Donner-Staffel) mit MiG-21bis und MiG-21UM genutzt. Während dem Kosovo-Luftkrieg wurde Slatina in mehreren Angriffen von F-15E "Strike Eagle" der USAF mit LGB´s angegriffen. Doch die 12 darin befindlichen MiG-21bis & UM blieben unbeschädigt. Lediglich das Dach des nördlichen Einganges und umliegende weiche Ziele (Treibstofftanks und Baraken) wurden beschädigt. Eine MiG-21PF, welche fluguntauglich war, hatten die Serben als Köder in eine Nische neben einem vorgetäuschten Eingang zur Kaverne platziert. Dieser Köder wurde von der Nato zerstört. Nach Ende der Kampfhandlungen haben russische KFOR-Truppen den Flugplatz handstreichartig übernommen. Gerüchten zufolge sollte damit der Abzug von zu Testzwecken „ausgeliehenen“ russischen Radareinheiten sichergestellt werden. Es soll sich um Langstrecken-Suchradare für den S-300PMU-Komplex gehandelt haben. Heute ist die FlKav ungenutzt und wird bis Mitte 2010 von KFOR-Soldaten bewacht. Danach wird der Komplex vollständig der bereits dort ausserhalb einquartierten kosovarischen Polizei übergeben werden.

Verzweigung Vorstollen

Infrastruktur geschützt im Felsen
•    zwei 40 m lange, c-förmige Vorstollen
•    333 m langer Flugzeugstollen
•    Munitionsbunker
•    Treibstofflager mit zwei Kerosintanks zu je 100'000 Liter und einem 5000 Liter Tank für Diesel
•    Ersatzteillager
•    Werkstätte
•    Flugleitungsraum
•    Staffel- und Nachrichtenauswertungsraum
•    Kommunikationszentrale (Telefon- Funk- und Datenzentrale)
•    Stromerzeugungsanlage
•    Belüftungs- und Klimaanlage
•    Heizung
•    Brandschutzeinrichtungen
•    Aufzug zwischen Stollen und Kontrollturmebene
•    Verbunkerter Kontrollturm
•    Notausgang für Personal
•    Luftansaugstuzten an meheren Orten
•    vier sanitarische Anlagen (WC, Duschen)

<o:p></o:p>BASISDATEN

Standort:                                 42°34'16"N / 21°0'29"E
Kapazität Flugzeuge:             12-24 Kampflugzeuge
Abmasse Stollen (L/B/H):      431 m x 13 m x ca. 7 m
Länge Piste(n):                       2500 m
Schutzklasse:                         3
Status:                                    ausser Betrieb
Staffel:                                     83. Jagdregiment (123. & 124. Staffel)
Flugzeugtypen:                       Mikojan MiG-21bis "Fishbed"

Übersichtplan der Anlage<o:p></o:p>

<o:p>plan

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